Berufsgeschichten: Berufsbildner-Team

Derzeit sind mehrere Berufsbildnerinnen für die praktische Ausbildung unserer Lernenden zuständig. Zusätzlich zu ihrem regulären Arbeitsalltag übernehmen Sie die verantwortungsvolle Aufgabe für die praktische Ausbildung ihrer Schützlinge.

Spannende Einblicke aus ihrem Berufsalltag als Berufsbildnerinnen geben uns Corina Ammann (zuständig für das 1. Lehrjahr),  Miriam Herren (zuständig für das 1. Lehrjahr sowie für die Prüfungsvorbereitung und –abnahme im 3. Lehrjahr), Ariane Frei (betreut Lernende aus dem 2. Lehrjahr) und Franziska Weyermann (unterstützt angehende FaGe’ s im 3. Lehrjahr).

Was begeistert Sie an Ihrer Tätigkeit als Berufsbildnerinnen?

"Mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten, ihre Neugierde und ihren Wissensdurst zu erleben und weiter zu wecken, begeistert mich an meiner Tätigkeit als Berufsbildnerin. Ihnen Fachwissen und wichtige Erfahrungswerte weiterzugeben, sie in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu fördern und zu unterstützen ist wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Es ist schön, sie dabei in ihren Fähigkeiten zu stärken und sie bei allen theoretischen und praktischen Herausforderungen während ihrer Ausbildung zu unterstützen."

(Ariane Frei, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - betreut Lernende aus dem 2. Lehrjahr)

Bei der Spitex Birseck besteht die Berufsbildung aus einem Team von mehreren Berufsbildnerinnen. Welche Vorteile bringt dies mit sich?

"Dies hat vor allem den Vorteil, allen Anforderungen der Lernenden gerecht zu werden. Jede Berufsbildnerin ist neben ihrer Tätigkeit als Berufsbildnerin auch in täglichen Einsätzen auf Tour. Der zeitliche Mehraufwand muss neben den alltäglich anfallenden Aufgaben der jeweiligen Berufsbildnerin gut koordiniert und geplant werden und verteilt sich somit auf mehrere Personen. Doch nicht nur der zeitliche Aspekt, sondern auch die fachlichen Gesichtspunkte spielen dabei eine wesentliche Rolle. Zum einen können sich die Berufsbildnerinnen auf theoretische und praktische Kompetenzen des jeweiligen Ausbildungsniveaus konzentrieren und entsprechende Vorbereitungen in der Unterstützungsarbeit treffen. Zum anderen haben die Lernenden die Möglichkeit, sich ein breites Spektrum an individuellen Herangehensweisen anzueignen. Neben fachlichen Kompetenzen und Standards geht es vor allem darum, sich auf zwischenmenschliche Gegebenheiten bei unseren Klientinnen und Klienten zu Hause einzustellen. Des Weiteren bereichert uns der Austausch unter den Berufsbildnerinnen."

(Franziska Weyermann, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - betreut Lernende aus dem 3. Lehrjahr)

Wo liegen Ihre Ausbildungsschwerpunkte?

"Da wir einen sehr großen Tätigkeitsbereich abdecken, erhalten unsere Lernenden Kenntnisse in allen für die Ausbildung typischen Arbeitsbereichen, wie Medizinaltechnik, Pflege und Betreuung, Alltagsgestaltung, Hauswirtschaft und Beratung. Darüber hinaus sind Praktika wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zur / zum Fachfrau / Fachmann Gesundheit (FaGe). Somit erhalten die Lernenden organisations- und fachübergreifende Einblicke zur Bereicherung ihres Erfahrungsrepertoires. Hierfür sind wir in Kooperation mit Institutionen, wie Spitäler und Kliniken, Tagesstätten, Pflegeheimen und diversen Praxislaboren." 

(Miriam Herren, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - zuständig für das 1. Lehrjahr sowie für die Prüfungsvorbereitung und –abnahme im 3. Lehrjahr)

Was ist Ihnen besonders wichtig, den Lernenden auf ihren beruflichen Werdegang mitzugeben?

"Wesentlich ist, dass sich die Lernenden bei uns wohl fühlen und Freude an der Arbeit haben. Da ihre Tätigkeit in der ambulanten Versorgung überwiegend bei unseren Klientinnen und Klienten zu Hause durchgeführt wird, ist es besonders wichtig nach einer begleiteten intensiven Einarbeitungsphase möglichst rasch selbstständig Eigenverantwortung wahrzunehmen. Wir erwarten ausserdem die Bereitschaft, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln." 

(Corina Ammann, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck, zuständig für das 1. Lehrjahr)

Worauf dürfen sich Ihre Lernenden freuen?

"Unsere Lernenden erwartet eine vielseitige und abwechslungsreiche Ausbildung bei der Spitex Birseck. Auf eine hohe Ausbildungsqualität, gute Lernbedingungen sowie einen engen und ehrlichen Austausch mit ihren Berufsbildnerinnen legen wir grossen Wert.."

(Ariane Frei, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - betreut Lernende aus dem 2. Lehrjahr)

Welchen Vorurteilen begegnen die Lernenden / Ausbildungsinteressenten und weshalb sind diese Klischees nicht zutreffend?

"Dass die Spitex ausschliesslich Grundpflege bei Seniorinnen und Senioren durchführt, ist leider ein gängiges Klischee unter den Lerninteressierten. Selbstverständlich sind Tätigkeiten in der Grundpflege durchaus ein wichtiger Bestandteil unseres Angebotsspektrums. Allerdings bleiben für die jungen und überwiegend unerfahrenen Ausbildungsinteressierten weitere Aspekte der Grund- und Behandlungspflege zunächst nicht sofort ersichtlich. Zum einen ist anzumerken, dass wir unsere Dienstleistungen bei Menschen jeden Alters durchführen. Dabei sind durchaus auch junge Menschen, beispielsweise nach einem Spitalaufenthalt, auf Unterstützung in der Grund- oder Behandlungspflege angewiesen. Zum anderen betreuen und unterstützen wir unsere Klientinnen und Klienten ganzheitlich in ihrem sozialen Umfeld. Wir begegnen den Menschen in ihrem intimen Umfeld zu Hause und nehmen neben medizinaltechnischen Vorschriften und Standards ihre Bedürfnisse und Wünsche wahr und ernst. Darüber hinaus stellen wir auf Basis der Bedarfsabklärung ein fachübergreifendes Dienstleistungsangebot zusammen, das je nach Bedarf weit über eine Grundpflege hinausgeht. Dieses im engen Austausch mit den unterschiedlichen Fachbereichen zu überblicken und individuell auf den Bedarf der einzelnen Klienten in ihrem persönlichen Umfeld anzupassen, ist eine umfang- und abwechslungsreiche Herausforderung. Der Beruf Fachfrau / Fachmann Gesundheit (FaGe) erfordert also neben fachlicher Kompetenz auch ein Höchstmass an Umsicht und Weitsicht. Die Ausbildung FaGe bietet daher einen spannenden und facettenreichen Berufseinstieg im Bereich der ambulanten Versorgung."

(Corina Ammann, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - zuständig für das 1. Lehrjahr)

Wie sieht der Arbeitsalltag aus (der eigene als Berufsbildnerin und / oder als Lernender)?

"Im Arbeitsalltag als Berufsbildnerin geht es vor allem darum, die Lernenden dabei zu unterstützen, das erlernte Fachwissen in die Praxis im Arbeitsalltag umzusetzen. Dabei leiten wir sie zunächst an, zeigen und üben Arbeitsschritte sowie organisationsgebundene Vorgehens- und Handlungsweisen. Dem jeweiligen Ausbildungsniveau und den Lern- und Tätigkeitsfeldern entsprechend planen wir regelmässig gemeinsame Tagestouren und begleiten die Lernenden bei ihren Einsätzen. Sie sind Teil unserer Unternehmenskultur und werden schrittweise an ein selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten herangeführt. Theoretische und praxisorientierte Fachkenntnisse werden durch gezielte Übungen verknüpft und vertieft. Wir Berufsbildnerinnen zeigen ihnen dabei diverse Handlungsmöglichkeiten auf und führen regelmässig Reflektionsgespräche. Neben der fachlichen Auseinandersetzung im Lernfeld ist eine weitere wichtige Betreuungsaufgabe, unsere Lernenden wohlwollend, vertrauensvoll und kompetent zu betreuen und sie in ihren Fähigkeiten und ihrem professionellen Auftreten zu stärken. Die Lernenden werden in ihrem Arbeitsalltag durchaus mit komplexen Situationen und Schicksalsschlägen konfrontiert. Sie erfahren während ihrer Ausbildungszeit betriebsinterne Stabilität, Sicherheit und Rückhalt, sodass sie mit Unterstützung der Berufsbildnerinnen möglichst rasch über die entsprechende Kompetenz verfügen, bei unseren Klientinnen und Klienten auf vertrauensvoller und kompetenter Basis zusammen zu arbeiten und entsprechend zu agieren. Innerhalb von regelmässig stattfindenden Berufsbildner-Sitzungen werden betriebsinterne Ausbildungsabläufe thematisiert und weiterentwickelt, sowie Fortschritte und auftretende Herausforderungen, denen sich die Lernenden während ihrer Ausbildungszeit gegenübersehen, besprochen.

Spannend zu beobachten ist, dass sich seitens der Lernenden im Laufe ihrer Ausbildung eine überaus respektvolle und emphatische Haltung gegenüber unterstützungdsbedürftigen Menschen festigt. Dies überträgt sich erfahrungsgemäss auch im privaten Umfeld, beispielsweise gegenüber den eigenen Eltern und Grosseltern. Die persönliche und berufliche Entwicklung während ihrer Ausbildung ist bemerkenswert."

(Ariane Frei, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - betreut Lernende aus dem 2. Lehrjahr)

Inwiefern sind die Lernenden eine Bereicherung für das Berufsbilder-Team und die gesamte Spitex Birseck Organisation?

"Zunächst ist zu bemerken, dass die Lernenden durch den begleiteten Unterricht an der Berufsfachschule stets auf dem aktuellsten Wissensstand sind. Verbindungen zum erlernten Fachwissen und den betriebsinternen Arbeits- und Prozessabläufen werden stetig vertieft, reflektiert, aktualisiert und optimiert. Es herrscht ein reger Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Berufsbildnerinnen und Lernenden, ein konstruktives Miteinander und somit eine Bereicherung für die gesamte Spitex-Organisation. Darüber hinaus unterstützen die Lernenden uns in unserem Qualitätsanspruch, wie beispielsweise bei der Einhaltung der korrekten Körperhaltung und Arbeitssicherheit. Des Weiteren sind die Lernenden eine Bereicherung für das Team und die gesamte Organisation im Hinblick auf unsere Ideen- und Perspektivenvielfalt. "

(Miriam Herren, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - zuständig für das 1. Lehrjahr sowie für die Prüfungsvorbereitung und –abnahme im 3. Lehrjahr)

Welche beruflichen Möglichkeiten erwarten die ausgelernten FaGes?

"Wir erwarten von unseren Lernenden während ihrer Ausbildung eine hohe Lernbereitschaft, Ehrlichkeit und den Willen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Im Gegenzug sind wir, je nach betriebsökonomischen Gegebenheiten, durchaus bestrebt, die Lernenden nach dem Abschluss des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses in unser Team aufzunehmen. Sie haben somit die Möglichkeit, zunächst weitere Berufserfahrungen bei der Spitex Birseck zu sammeln und je nach Berufswunsch einen darauf aufbauenden Abschluss anzustreben, beispielsweise an einer Höhere Fachschule."

(Corina Ammann, Berufsbildner-Team, Spitex Birseck - zuständig für das 1. Lehrjahr)

Herzlichen Dank für das spannende und eindrückliche Interview. Wir wünschen allen Brufsbildnerinnen weiterhin alles erdenklich Gute!

 

Hier geht es zu weiteren Erfahrungsberichten der Mitarbeitenden.